Die
Mifare Desfire Technologie kann man als den Nachfolger von Mifare Classic, dem derzeit weltweit wohl meistverkauften Kartenchip für multifunktionale Anwendungen betrachten. Während bei Mifare Classic die Verschlüsselung auf einem geheimen, proprietären Algorithmus basierte, der fest in jedem Chip verdrahtet ist und inzwischen geknackt wurde, setzt man bei Desfire EV1 auf das in der Kryptologie allgemein anerkannte aktuelle Verschlüsselungsverfahren AES (Advanced Encryption Standard). Vielleicht haben Sie im Bestseller “Diabolus” von Dan Brown von Verschlüsselungsprogrammen wie PGP und von 64-bit Keys gelesen. Der aktuelle AES-Algorithmus der Desfire EV1 Karte verwendet bereits 128-Bit Schlüssel und kann vermutlich auch von den Supercomputern des US-Geheimdienstes NSA nicht geknackt werden.
Mifare Desfire EV1 Karten sind in Varianten mit 2k, 4k und 8k verfügbar (2048, 4096 oder 8192 Bytes).
Anders als bei Mifare Classic gibt es keine feste Anzahl von Segmenten fester Grösse. Die Karten verfügen über ein integriertes, flexibles File-System, welches fast beliebig viele unterschiedliche
Anwendungen und Files unterstützt, ähnlich wie man dies von den wesentlich aufwändigeren Prozessorkarten mit kontaktbehafteten Chips her kennt. Darüber hinaus verfügen die Chips über ein ausgeklügeltes System
zur Steuerung der Zugriffsrechte und über integrierte Backup-Mechanismen.
Der Vorteil der Desfire EV1 Karte
liegt in der Kombination der bewährten kontaktlosen 13,56 MHz Technologie mit der aktuellen AES 128-bit Verschlüsselungstechnik, wobei die schnellen Transaktionszeiten und der relativ günstige Preis diese Karten gegenüber den langsamen und teuren Prozessorkarten für den Einsatz in Zahlungssystemen und Zutrittssystemen prädestinieren.
Für unsere Kunden, die bereits über ein Mifare Classic System verfügen, gibt es eine sehr komfortable
Migrationsmöglichkeit
auf Desfire EV1. Nach dem Austausch der Lesegeräte und der Aktualisierung der Systemsoftware werden die bestehenden Mifare Classic Karten einfach solange wie gewünscht weiterverwendet. Die neuen Desfire Karten können parallel dazu eingeführt und verwendet werden. Der Austausch der Karten kann Schritt für Schritt erfolgen und darf sich beliebig lange hinziehen.
Desfire Datenträger müssen vor der ersten Verwendung formatiert und initialisiert
werden. Zunächst müssen die einzelnen Applikationen im Detail definiert und entsprechend im Filesystem der Datenträger hinterlegt werden. Dies bezeichnet man als Formatierung. Dazu sind zwischen dem Kartenlieferanten, den Systemlieferanten und dem Endanwender Vereinbarungen über den Mastercode, Zugriffsrechte, Dateigrössen usw. zu treffen. Bei der Initialisierung für das CashCard System werden anschliessend applikationsspezifischen Daten wie z.B. die Benutzergruppe und laufende Nummer aufgebracht.
Sie können die Mifare Desfire EV1-Karte selbstverständlich mit Ihrem eigenen Firmenlogo
bedrucken lassen. Es gilt das, was zu anderen Kartentypen gesagt wurde. Die kontaktlose Chipkarte kann mit einem Magnetstreifen, einem Unterschriftsfeld, einem kontaktbehafteten Chip oder einem induktiven System kombiniert werden.